Studieren mit Uve – Teil 2: Fortschritt

Zack, das erste Semester ist vorbei, das zweite schon voll am Laufen. Komplett anders als das erste Semester.

In diesem zweiten Studium, meinem Masterstudium, habe ich sehr viel über mich gelernt. Das Studium gibt mir die Möglichkeit, viel auszuprobieren. Vor allem, was das Tempo angeht, mit dem ich durch die Welt düse. Normalerweise hab ich immer mindestens halbe Lichtgeschwindigkeit drauf, bis Uve wieder auf die Bremse drückt. Ich kann nicht anders, ich liebe diesen “Rush”. Doch im letzten Semester konnte ich ein bisschen experimentieren und habe ein Tempo gefunden, mit dem ich besser klar komme. Zum allerersten Mal habe ich eine Prüfungsphase durch gezogen, ohne im Nachhinein krank zu werden. Das ist für mich eine riesige Errungenschaft.
Auch konnte ich zum ersten Mal ausgelassen feiern und dem Studentenleben frönen. Weil ich meine Rahmenbedingungen bestimmt habe und die nicht extern vorgegeben waren.

Dazu kommt, dass es sich im letzten Jahr heraus kristallisiert hat, wie gut meine Medikamente wirken. Ich habe noch nie so eine ruhige und stabile Zeit mit Uve gehabt. Es ist wie ein Traum.

Seit dem Beginn des zweiten Semesters versuche ich mich nun an einer weiteren Herausforderung. Für mich fühlt es sich so an, als ob ich (endlich!) meine Kernbedürfnisse kenne und weiß, wie ich mich um sie kümmern muss. Also so ganz Grundsätzliches: Essen, Schlaf, Tagesrhythmus. Die totalen Basics.
Seit April kommt wieder Sport dazu, aber auch nur in verträglichen Dosen. Ich habe zu Yoga gewechselt, damit nicht nur mein Körper, auch mein Geist entspannen kann, und habe wieder mit dem Joggen angefangen. Ab und an gibt es on top noch eine Radtour dazu (hier ist es soooooooo schön, das ist nicht zu fassen!!!) und es fühlt sich alles gut an. Der Fokus auch hierbei: nur kein Druck. Nur das tun, was passt, nicht das tun, was mein Kopf denkt was ich tun müsste.

Dank dem momentanen Ausnahmezustand habe ich den Raum dazu, dieses Bewusstsein auch auf meine Hobbies auszudehnen. Ich lerne, etwas zu tun, weil der Weg dahin schön ist, und nicht aufgrund des Endergebnisses.
Bisher habe ich so oft z.B. beim Nähen mir einen Stress gemacht, weil ich nur das Endprodukt gesehen hab und nicht das Nähen an sich als Genuss begriffen hab. Quasi slow sewing.
Ok ok, das klingt jetzt sülzig. Aber naja, I’m on my way zur Besserung, wat willste mehr?

Ich hab mir die letzte Zeit auch viel Gedanken über diesen Blog gemacht. Was will ich damit? Soll ich hier weiter schreiben? Passt das überhaupt noch zu mir? Soll ich alles löschen?
Beim stöbern durch meine Beiträge wurde mir klar, wie viel Zeit und Herzblut in diesen Blog geflossen ist. Und wie viel (meiner Meinung nach) wertvolle Informationen hier schon gesammelt sind, die mir helfen. Und vielleicht auch Dir?
Ich mach das hier nicht zur Profilierung oder weil ich in meinem Leben unbedingt Influencerin oder so ein Schmarr’n werden will. Ich mach das hier, weil ich damit Menschen helfen will. Ihnen in schweren Zeiten ein bisschen googeln ersparen und aufzeigen, dass es geht. Und wenn ich damit nur einer Person helfen kann, lohnt es sich.

Was mich zu meinem nächsten Punkt bringt. Dass ich mit dem Blog so fremdel liegt auch daran, dass ich bisher nicht den Mut hatte, zu mir zu stehen. Eine Krankheit wie Uve bringt Risiken mit sich. Nicht nur gesundheitliche oder finanzielle. Auch in der Arbeitswelt kann ein Blog wie dieser dazu führen, dass man nicht eingestellt wird. Aus diesem Grund habe ich mich hier Lotta genannt. Vermutlich kann sich jeder denken, dass das nicht mein richtiger Name ist.
Deshalb gehe ich jetzt mit dem Fortschritt und raus aus meiner Komfortzone.

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Rose.
Das ist witzig, weil vermutlich bei Rose mehr Leute an ein Pseudonym denken als bei Lotta. Aber nein, ich heiße wirklich Rose. Es ist keine Abkürzung von irgendwas, sondern ich heiße wie die Blume.
In diesem Sinne: Sei gegrüßt, lieber Lesender. Auf baldiges Wiederlesen.

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