Liebes Jahr 2018,

Du neigst Dich deinem Ende zu. Noch ein paar Stunden, dann machst Du einem neuen Jahr Platz.

Du warst anders, als alle anderen Jahre zuvor. Noch nie hat mich ein Jahr so unglaublich herausgefordert und mir so sehr meine Grenzen, aber auch meine Möglichkeiten aufgezeigt.

Die Diagnose

Bevor ich mich auf dich einstellen konnte, hast Du mich überrumpelt. Am 04.01. hatte ich den ersten Arzttermin des Jahres, bei meinem Facharzt für Uveitis in der Augenklinik. Er eröffnete mir, dass ich einen grauen Star entwickelt hatte und deshalb schnellstmöglich weg vom Kortison sollte, hin zu Humira.

Ich fühlte mich, als wäre ich nach fast 8 Jahren freien Fall auf dem Boden aufgeklatscht. Zum ersten Mal hatte mein Handeln bezüglich Uve Konsequenzen. Zum ersten Mal spürte ich Uve.

Das machte mir wahnsinnig Angst.

Die Veränderungen

Als erstes wechselte ich den Arzt. Dann die Medikamente. Anschließend meinen Lebensstil.

Arzt- und Therapieumstieg

Innerhalb von drei Wochen nach dem Arzttermin hatte ich bei eine Untersuchung in einer anderen Klinik. Ich fühlte mich dort besser aufgehoben und wollte die weitere Therapie mit Humira mit dem dortigen Arzt beginnen. Nach einer weiteren Woche hatte ich alle benötigten Untersuchungen und bekam die ersten zwei Spritzen Humira.

Saftkuren für das Immunsystem…

Zwei Wochen später saß ich bei einem Ernährungscoach, der Ernährung mit selbstgemachten Säften und Smoothies ergänzte. Ich stellte meine komplette Ernährung um, ließ tierische Produkte weitestgehend weg und trank teilweise tageweise nur Säfte und Smoothies. Zum ersten Mal in langer Zeit war mir nach einem Essen nicht mehr schlecht.

…und Sport für den Ausgleich

Zu dieser Ernährungsphilosophie gehörte auch, regelmäßig auf einem Trampolin zu sein und so auch noch die entlegensten Körperregionen in Wallungen zu bringen.

Dank des Trampolins und meiner Medikamente konnte ich zum ersten Mal Ausdauer aufbauen. Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich joggen und war nicht ausgepowert davon. Im Sommer konnte ich dann problemlos einen kleinen Alpencross mit dem Mountainbike machen konnte. Ein Traum, der in Erfüllung ging.

Reisen für die Seele

Im Frühjahr hatte ich das unglaubliche Glück, Israel besuchen zu dürfen. Zwei Wochen am toten Meer mit wunderbaren Menschen haben dazu geführt, dass ich in manchen Bereichen den Fokus änderte. Es war der schönste Urlaub, den ich bisher in meinem Leben hatte.

Gesundheit vor Karriere

Ich identifizierte in Israel meine Arbeit als ein großes Hindernis auf dem Weg zur Genesung, da die Negativität in meiner Abteilung mich einengt und keinen Platz lässt. Deshalb beantragte ich nach längerer Krankheit ein halbes Jahr Teilzeit. Es hat sich gelohnt!

Mein persönliches Fazit des Jahres 2018

Liebes Jahr 2018, du hast mich herausgefordert und mich fast ausgeknockt. Doch zum ersten Mal konnte ich die Herausforderung annehmen und kämpfen. Ich habe endlich gelernt, dass es normal ist, hinzufallen. Dass ich immer wieder hinfallen werde. Aber auch immer wieder aufstehen werde.

Und vor allem habe ich gelernt, dass es sich lohnt, für den Kampf um meine Gesundheit in den Ring zu steigen. Und dass nur ich allein kämpfen kann.

Darum bin ich umso dankbarer für die Menschen, die mir immer beistehen, zu jeder Tages- und Nachtzeit, in schwierigen und in guten Phasen.

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