Risiken und Nebenwirkungen einer Autoimmunerkrankung

Eine “Nebenwirkung” meiner Autoimmunerkrankung ist sicherlich meine hohe Krankheitsanfälligkeit. Vor der Diagnose meiner Uveitis hatte ich bereits regelmäßige grippale Infekte. Als Kind und Jugendliche hat mich das oft in den Wahnsinn getrieben – allein in meiner Jugendzeit habe ich mehr Krankheitszeiten gehabt, als andere in ihrem ganzen Leben.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker.

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Mit der Diagnose und den Medikamenten wurde es dann noch schwieriger. Bei einer Autoimmunerkrankung reagiert das Immunsystem über – deshalb wird es durch Medikamente runter gefahren. Daraus erfolgt meist eine höhere Infektanfälligkeit. Im Studium kam ich damit ganz gut klar, da die Vorlesungstage meist nicht allzu lange waren und die Anwesenheitspflicht nicht so genau genommen wurde. Im Arbeitsleben ist das leider anders.

“Nebenwirkungen” im Arbeitsleben

Dementsprechend habe ich echt viele Krankheitstage. Während andere eine leichte Erkältung haben, einen Infekt oder gar mit Fieber in die Arbeit kommen, muss ich mich mit allen Mittelchen der Hausapotheke gegen Krankheitserreger wappnen. In letzter Zeit ist das besonders ausgeprägt, was vermutlich mit der Erkältungssaison und dem erhöhten MTX zusammen hängt.

Die dadurch entstehende psychische Belastung begräbt mich manchmal unter sich. Ich fühle mich unzuverlässig, weil ich so oft krank bin, und nicht einfach die Zähne zusammen beißen kann wie die Anderen. Viele Kollegen urteilen über derartig häufige Krankheitsfälle, was mir zusätzlich an die Substanz geht.
Manchmal steh ich im Büro und würde am liebsten allen entgegen schreien, dass ich verdammt nochmal nicht freiwillig krank bin. Und dass ich nicht aus Spaß daheim bleibe.
Ein paar wenige Kollegen, mit denen ich zusammen arbeite, kennen die medizinischen Hintergründe meiner Abwesenheiten. Das hindert manche trotzdem nicht, mich zu verurteilen. Das tut mir sehr weh.

Das Ganze führt ein bisschen in einen Teufelskreis: ich bin krank, fühle mich unzuverlässig. Wenn ich dann wieder zum Arbeiten gehe nach einer Woche, hab ich einiges nicht mit bekommen und muss mich wieder ein bisschen einarbeiten. Bevor das aber passieren kann kommt meist die nächste Erkältung.

Wie ich damit klar komme? Was vielleicht eine Lösung sein könnte?
Ich hab noch keine Ahnung. Aber, wie ein guter Freund immer sagt: Schau’n wir mal, dann seh’n wir schon.

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