Neue Chancen dank Humira?

Ende Oktober 2018 ist das Patent auf Humira ausgelaufen, das die Firma Abbvie gehalten hat. Die Presse schreibt von einem beginnenden Preiskampf, der durch das abgelaufene Patent beginnt.
2017 haben die deutschen Krankenkassen circa eine Milliarde Euro für Therapien mit Humira ausgegeben. Das entspricht etwa 3% der gesamten Arzneimittelausgaben der Krankenkassen.
Deshalb hoffen die Krankenkassen nun auf eine Entlastung: Erste Wettbewerber, wie z.B. der US-Konzern Biogen, haben ihre Biosimilars bereits angekündigt. Der Preis von Biogen soll beispielsweise 40% unter dem Listenpreis liegen.

Insgesamt gibt es über fünf Wettbewerber, die Biosimilars entwickelt haben. Der Grund hierfür liegt in dem extrem hohen Marktvolumen von Humira. Es ist bisher das kommerziell erfolgreichste Medikament, mit einem kumulierten Umsatz von 123 Milliarden US-Dollar seit seiner Markteinführung im Jahr 2002.

In Deutschland geht man von circa 2% der Bevölkerung aus, die an entzündlichen rheumatischen Krankheiten leiden. Davon haben ein Drittel schwere Formen, die mit Medikamenten wie Humira behandelt werden könnten. Allerdings erhalten von diesen ungefähr 500 000 Patienten bisher aber nur ein Fünftel Biologika. Hier gibt es somit noch viel Potential.

Darin liegt eine große Chance des Patentablaufs: Das Medikament wird einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Dadurch bekommen zum einen Patienten bessere Heilungschancen und zum anderen wird dadurch die Datengrundlage für die weitere Forschung erheblich größer.

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