Etappenbericht, Part I

In den letzten zwei Wochen hat sich in meinem rechten Auge einiges getan. Meine Sehkraft hat sich verschlechtert. Das löst bei mir jedes Mal wieder große Angst aus. Hab ich wieder ein Makulaödem? Wirken die Medikamente nicht? Muss ich noch viel krasseres Zeug einnehmen? Bleibt das jetzt für immer so?
Da die Uniklinik, in der ich behandelt werde, über 550km entfernt ist, kann ich dort auch nicht “kurz mal” vorbei fahren. Für die Fahrten dort hin brauche ich immer einen freien Tag und eine Nacht im Hotel.

Lotta und Uve auf ihrem Weg zum Gipfel.

Untersuchung vor Ort

Die Entzündung ist seit einer ganzen Weile ruhig. Meist ist es ein potentielles Makulaödem, das hinter der Verschlechterung meiner Sehkraft steckt. Hierfür hat meine Augenärztin vor Ort die Möglichkeit, ein OCT (optical coherence tomography) zu machen. Diese Untersuchung zeigt, ob ein Makulaödem vorhanden ist. Leider wird die Untersuchung außerhalb der Klinik nicht von der (gesetzlichen) Krankenversicherung gezahlt und kostet i.d.R. zwischen 80-100€. Bei verschiedenen Krankheiten und Symptomen übernimmt die Krankenversicherung die Kosten, doch nicht in meinem Fall.

Somit ist immer mein erster Schritt bei Verschlechterungen ein OCT bei meiner Augenärztin des Vertrauens. Glücklicherweise kennt sie mich gut und schiebt mich bei Bedarf zwischen all ihre anderen Patienten.
Das OCT vor anderthalb Wochen war wider (meines) Erwartens unauffällig. Auf der einen Seite sehr positiv – auf der anderen Seite hat das bei mir gleich eine weitere Welle der Angst los getreten: Hab ich wieder einen Entzündungsschub? Nach den letzten ruhigen Monaten? Wirken die Medikamente nicht ausreichend?

Reise durch halb Deutschland

Nachdem eine weitere halbe Woche verging in der ich vor Angst kaum schlafen konnte, habe ich meinen Arzt kontaktiert. Er meinte, ich solle so schnell wie möglich vorbei kommen. Eine Terminvereinbarung war nicht möglich, da die Uveitis-Sprechstunde bereits komplett voll war. Notfälle können aber jederzeit kommen.

Also buchte ich kurzerhand ein Hotel, trug beim Arbeiten für den Tag Urlaub ein und suchte nach Zügen. Leider ist meine Heimatregion infrastrukturell sehr schlecht aufgestellt, doch mein Vater hatte Zeit und begleitete mich. Selber mit dem Auto zu fahren ist für mich keine Option, da man nach dem Weittropfen der Augen vier Stunden lang nicht hinter das Steuer darf.
Am Morgen der Untersuchung sind wir dann gleich zu Beginn der Sprechstunde in die Klinik, damit wir möglichst wenig Wartezeit haben. Die Strategie wurde belohnt – innerhalb von zwei Stunden waren wir durch.

Und das auch mit einem super Ergebnis: die Verschlechterung der Sehkraft liegt nur an einer verrutschten Trübung. Somit ist meine Entzündung immer noch ruhig und meine Medikamente wirksam. Ein Träumchen!

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