Entdeckung und Diagnose

Im Sommer 2010 habe ich meinen Eltern erzählt, dass ich Wolken vor meinen Augen habe. Ich hatte Schlieren im Sichtfeld, die hin- und her geschwommen sind und wie Amöben geformt waren.

Bei dem darauffolgenden Arzttermin wurde der Verdacht einer Uveitis intermedia geäußert. Um sicher zu gehen schickte unsere Augenärztin uns zu einer der Koryphäen in der Uveitis-Szene. Parallel dazu wurde ein Sarkoidose-Screening an einer Uniklinik durchgeführt.

Der Test auf Sarkoidose fiel negativ aus, der Test auf Uveitis intermedia positiv. Es folgten jede Menge zusätzliche Untersuchungen wie z.B. das MRT des Kopfes, die jedoch alle ebenfalls unauffällig waren. Das einzig Auffallende: Meine Augen sind überdurchschnittlich gut. Quasi 4k-Auflösung: 160% Sehkraft.

Lotta, Uve und die Wolken.

Im November 2010 – ich weiß noch, dass bei uns daheim Schnee lag – stand ein stressiges Wochenende an, denn ich musste eine GFS fertig stellen. GFS steht für gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen. Ich hatte in der Oberstufe Physik vierstündig und noch nichts für die am Montag anstehende GFS gemacht. Ich verschob das Anfangen immer weiter nach hinten.

Dann, am Freitagabend, sah ich auf einmal rechts viel schlechter. Innerhalb von einer Stunde gingen mir (gefühlt) die Lichter aus. Am nächsten Morgen beim Spaziergang mit meiner Mutter habe ich ihr davon erzählt. Wir sind sofort in die nächste Augenklinik gefahren und es wurden alle möglichen Untersuchungen durchgeführt.

Es stellte sich heraus, dass ich rechts nur noch 5% Sehkraft hatte – ich konnte gerade so erkennen, wie viele Finger der Arzt mir hin hielt. Eine krasse Erfahrung. Die Schlieren in meinem Auge waren so dicht, dass mit dem normalen Weittropfen der Augen kein Weiterkommen war. Man musste eine Ultraschalluntersuchung meines Augapfel machen. Auch so eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde – die junge Ärztin hat mir das Gel direkt auf den Augapfel gemacht und Ultraschallsonde mir direkt auf das Auge aufgesetzt. Am Ende der Untersuchung wurden engmaschige Kontrollen angeordnet und eine hohe Cortisondosis, die ich ab jetzt einnehmen musste.

Meine Eltern traf die Nachricht mehr als mich. Sie nahm es sehr mit, denn sie konnten nicht einschätzen, was genau das bedeutet und welche Konsequenzen das haben würde. Für mich war es im ersten Moment eher wie ein Abenteuer.

Ich startete mit ca. 70mg Prednisolon – und für die nächsten 8 Jahre gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht Cortison eingenommen habe.

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